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Ladyboys und Drogen

Mindestens einmal in der Woche kann man in der Zeitung lesen, dass in Pattaya wieder eine Transsexuelle wegen Drogenbestitzes verhaftet wurde.
Das wirft natürlich kein gutes Licht auf die thailändischen Ladyboys und lässt es so scheinen, als würden Ladyboys und Drogen unweigerlich zusammen gehören. Das ist natürlich mitnichten so. Die anderen Transsexuellen, die ich kenne nehmen keine Drogen und rauchen nicht einmal. Natürlich kenne ich aber auch welche, bei denen es nicht so ist.
Allerdings hab ich da wenig Zugang dazu, weil ich das unheimlich finde. Außerdem wird Drogenbesitz in Thailand hart bestraft, weswegen man solchen Umgang lieber meiden sollte.

Aber warum tauchen Ladyboys in der Presse immer wieder im Zusammenhang mit Drogen auf? Zuallererst einmal ist es am Beispiel Pattaya wohl der Fall, dass da wo viel los ist, einfach auch mehr passiert. Entsprechend höher ist die Zahl der beteiligten Katoeys.
Ein anderer entscheidender Grund dürfte sein, dass sich viele Ladyboys gegen Geld verkaufen. Und das Umfeld der Prostitution ist nun einmal ein günstiger Nährboden für Kriminalität, Gewalt und Drogenmissbrauch.
Die Armut und die Selbstzweifel tragen zudem dazu bei, dass viele Katoeys dem tristen, scheinbar ausweglosen Alltag in den Rausch entfliehen wollen.
Bislang war die bekannteste und weitverbreiteste Droge das Amphetamin, dass auf Thai „Yaa Ba“, die „Verrückte Medizin“ genannt wird. In den letzten Jahren hat aber auch „Yaa Ice“ Einzug in Thailand gehalten. Ein Teufelszeug, denn dabei handelt es sich um Crystal Meth, einer Droge, die in den USA das ohnehin schon schlimme Crack abgelöst hat und die noch verheerendere Folgen für die Konsumenten hat.
„Ice“ macht so schnell süchtig wie kaum ein anderes Suchtmittel. Die Schäden am Organismus zeigen sich noch viel früher als bei anderen harten Drogen. Der Körper verfällt rapide.
Hier in Thailand gibt es im Grunde keine Anlaufstellen für Betroffene. Aus eigener Kraft aufzuhören ist eigentlich unmöglich.

Trotzdem muss festgehalten werden, dass das Problem eher das Umfeld ist als die Person. Die Ladyboys im Armen Nordosten Thailands, dem Isaan, sind auch arm und rauchen trotzdem kein „Yaa Ice“. Die Gemeinschaft dort akzeptiert sie und sie leben in einem festen sozialen Gefüge, in dem keiner mit seinen Problemen so allein ist, wie die Mädels auf den Straßen in den Touristenmetropolen.

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