Die Gwen Araujo Story
Am 4. Oktober 2002 wurde die 17-jährige Transsexuelle Gwen Araujo in Newark (US-Bundesstaat Kalifornien) von drei Männern brutal ermordet, als diese herausgefunden haben, dass sie biologisch ein Mann war. In den USA sorgte der Fall für großes Aufsehen, nicht zuletzt, weil die Anwälte der Angeklagten die "Schwulen-Panik"-Verteidigung angewendeten und argumentierten, dass Araujo unehrlich gewesen sei und nach ihrer Entdeckung eine panikartige Reaktion in den Männern ausgelöst habe, für die diese nur teilweise verantwortlich seien. Familie und Freunde der Ermordeten kritisierten diese Strategie, da sie das Opfer für das Verbrechen verantwortlich mache.Heute sind die Mörder zwar verurteilt und der Fall abgeschlossen, trotzdem möchten wir hier an dieser Stelle in mehreren wöchentlich erscheinenden Episoden die Geschichte von Gwen Amber Rose Araujo erzählen:
Part 1
Sie war siebzehn, sexy und wollte feiern. Aber etwas war anders an Gwen Araujo und als die Männer ihr Geheimnis entdeckten wurde die Sache sehr schnell sehr schlimm
Sie sah aus wie die perfekte Zutat für eine Partynacht. Schlank wie ein Modell, mit temperamentvoll geschwungenen Augenbrauen und einem sinnlichen Schmollmund. Gwen Auraujo sah ihrem Vorbild Gwen Stefani erstaunlich ähnlich. Und sie wollte etwas. Jay Cazares und Mike Magidson sahen das vom ersten Augenblick an.
Der Sommer ging zu Ende in Newark, Kalifornien, einem ehemaligen Salzminen-Städtchen 35 Meilen südöstlich von San Franzisco, dass heute zu einem Vorort des wuchernden Silicon Valleys geworden ist. Die zwei Freunde, Schulabbrecher der Newark Memorial High hatten ihren Dominoabend, den sie zweimal wöchentlich abhielten, unterbrochen um Bier holen zu fahren. Und da war sie, ganz allein. „Lust auf `ne Spritztour?“, riefen sie ihr aus dem Fenster von Mikes Pick-Up zu.
„Ich hab Lust zu feiern,“ sagte sie.
Sie log bei ihrem Alter und erzählte ihnen sie sei 19. Sie log bei ihrem Namen und nannte sich Lida.
Als sie am Haus, einer engen, schäbigen Bude , die Jose Merel, ein Freund der beiden mit seinen zwei Brüdern teilte ankamen, wusste jeder, dass sie wirklich feiern wollte. Das ärmliche Haus mit seiner Schlafzimmerathmosphäre und dem schalen Biergeruch in der Luft, war bekannt für die Nächte in denen man hier versacken konnte. Lida verbrachte den Abend damit mit den Jungs zu flirten, sich an sie ranzuschmeissen und sie heiß zu machen. Als sie raus in die Garage gingen um Gras zu rauchen gab sie ihnen Chutties - Lippen an Lippen, Lunge zu Lunge. Oh ja, sie wollte es wirklich.
Die Frage war nur, wer es zuerst mit ihr machte. Jay, Mike und Jose waren seit Jahren befreundet. Frauen kamen und gingen, Babys wurden geboren, Jobs gingen verloren, aber nichts kam zwischen die „drei Stooges“, wie Jay sich und die anderen nannte. Sie waren stolz darauf betrunken, stoned und dumm zu sein. Am 20 April machten die Stooges zusammen mit den anderen harten Kiffern Amerikas bei einem 24-Stunden Gras-Marathon mit. Donnerstags war immer Barabend. Dann gab jeder von ihnen 100 Dollar für Coronas und Patron-Tequilas aus. „Wir sind abgehärtet“, prahlte Jay.Jay fand Lida scharf, wollte aber keinen Sex mit ihr.
Der ruhigste und beständigste der Stooges brachte mit 22 mit Jobs auf Baustellen Lisa, die Mutter seiner zwei Kinder durch. Übrig blieben Mike und Jose - "Dumm und Dümmer," wie Jay sie nannte. Mike war ein hyperaktives weißes Kind, dass schon wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit verhaftet worden war und von einem lausigen Job zu nächsten meanderte. Der andere: ein klassischer Möchtegern-Gangsta, der immer Rap hörte und ständig laberte. Jose - wie Mike ein ehemaliger Prolet der Newark High, machte eine Ausbildung zum Elektiker um sein uneheliches Kind durchzubringen.
An diesem Abend, nachdem sie mit Lida rumgeschäkert hatten, gingen die Stooges nach draußen um zu rauchen und Bestandsaufnahme zu machen. Sie war scharf, das war keine Frage - fast schon zu scharf, wie sie sich an jeden ranmachte. "Ich habe noch nie so ein Mädchen gesehen“, sagte Jay.
Jaron Nabors, ein maulfauler College-Student mit weichen Zügen, der auch im Haus der Merels abgehangen hatte, zog an seiner Zigarette und dachte darüber nach was Jay eben gesagt hatte. Plötzlich kam ihm ein seltsamer Gedanke. „Ist das vielleicht ein Kerl?”, fragte er.
zu Teil 2...
Tags: gwen araujo transgender transsexual transsexuell hate-crime
dorkmai - 8. Sep, 10:57


