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Donnerstag, 26. Juni 2008

Integration von Ladyboys in der thailändischen Gesellschaft

Ab und zu bin ich immer mal wieder erstaunt, wie weit die Integration von Thailands Ladybyos in der Gesellschaft, den Institutionen und Organisationen doch gehen kann. Seit letztem Monat bin ich dem freiwilligen Rettungsdienst beigetreten und war zunächst etwas skeptisch, wie mich der Rest des teams wohl aufnehmen würde. In westlichen Ländern sind die Rettungsdienste udn die Feuerwehr nach dem Militär wohl die konservativsten Institutionen.
In Thailand ist das fast das genaue Gegenteil.
DIch muss allerdings zugeben, dass die Mitglieder der Rettungsstaffel zunächst nicht gemerkt haben, dass ich eine Transsexuelle bin. Ich glaube die waren einfach happy, ein ausländisches Mädel in ihren Reihen zu haben, das Englisch sprechen kann und ihnen bei der Versorgung von ausländischen Patienten zur Hand geht.
Später haben sie es dann aber doch gemerkt – weil ich wollte, dass sie es merken. Ich kann aber garnicht genau sagen WANN sie es genau gemerkt haben, weil ich zu keener Zeit einen Wechsel ihres Verhaltens festgestellt habe. Ich wusste aber, dass ich es irgendwann sagen musste, weil ich wegen des rettungsdienstausweises ja meinen Pass vorzeigen musste und der hat ja ein “M” beim Geschlechtseintrag.
Seit dem habe ich viel Zeit mit dem Team verbracht und niemals irgendein ungewöhnliches Verhalten mir gegenüber festgestellt. Sie behandeln mich genau so, wie sie auch alle anderen Mädels in der Gruppe behandeln. Mich behandeln sie vielleicht noch etwas zuvorkommender (was ich sehr nett finde).
Sie haben auch einer anderen Ladyboy-Freundin angeboten bei ihnen mitzumachen. Das bedeutet also, dass ich nicht etwa die Ausnahme bin, sondern, dass sie alle Leute bei sich willkommen heißen.
Ich muss dazu noch erwähnen, dass die Gepflogenheiten im Team überdurchschnittlich höflich sind. Ich glaube deshalb, dass es gar nicht so wichtig war, was ich und meine Freundin sind, sondern, dass wir schon gleich zu Anfang in besonders höflicher Art und Weise gehandelt und geredet haben. Das ist in Thailand nämlich einer der wichtigsten Grundsätze überhaupt.
Für mich bedeutet das also, dass es keine Vorbehalte gegenüber Ladyboys in thailändischen Organisationen dieser Art zu geben scheint. Es kommt whol wirklich einfach darauf an, was für eine Art Mensch man ist und wie man mit seiner Umwelt umgeht, als darauf, was man im Einzelnen genau ist.
Natürlich gibt e simmer ncoh viele (zu viele) Jobs und Positionen in der thailändischen Gesellschaft, die Katoey verschlossen sind, nur weil sie Katoey sind.
Das ist natürlich sehr schade, aber meine jüngsten Erfahrungen stimmen mich doch ein wenig zuversichtlich, dass sich die Dinge und die Menschen ändern können.

Übersetzt aus dem Englischen. Das Original von Victoria gibt’s hier auf dem Phet Ti Saam-Ladyboy Blog

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