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Einmal Ladyboy und zurück

Ich hatte ja schon vor einer ganzen Weile darüber geschrieben, dass das Wort Katoey nicht dasselbe bedeutet wie Transvestit oder Transsexuelle in westlichen Sprachen. Für einige steht natürlich der dringende Wunsch dahinter eine Frau zu sein und auch entsprechend zu leben. Andere sehen es hingegen einfach als die Art an, wie sie ihr Leben leben wollen.
Das Wort „Gay“ gibt es in Thailand noch gar nicht solange – gerade mal ein paar Jahrzehnte. Mittlerweile ist es sogar zum Trend geworden eher schwul zu sein als eine von diesen „altmodischen“ Katoey.
Außerdem gibt es in Thailand eine Menge Leute, die eigentlich eher sehr feminine Homosexuelle sind, aber einfach weil es so einfach in Thailand ist Ladyboy zu sein als Katoey leben. Später finden dann aber die meisten raus, dass sie in Wahrheit gar keine Mädchen sind und auch nicht so leben wollen. Sie wollen Jungs sein, die andere Jungs lieben.
Von dieser Sorte habe ich zwei Freunde. Beide haben ihre späten Teenagerjahre und ihre frühen Zwanziger als Ladyboys gelebt. Sie trugen das Haar lang, weibliche Kleidung und Make-up. Doch dann änderten sie sich ganz abrupt und lebten wieder als Jungs. „So bin ich einfach nicht“, erzählte mir mal einer von ihnen. „Das ist nix für mich, Make-up zu tragen.“ Jetzt lebt er schon wieder seit einigen Jahren als Junge und man kann deutlich sehen, dass das genau das richtige für ihn ist und er sicher nicht dasselbe ist wie ich und meine anderen Ladyboy-Freundinnen.
Wir nennen ihn aber trotzdem immer noch „Katoey Pom Sann“ – „Kurzhaarigen Ladyboy“. Und diese Bezeichnung passt auch, denn natürlich hat sein Verhalten nach wie vor feminine Züge.
Und genau das ist der Grund, warum ein psychologisches Gutachten vorgeschrieben ist, bevor man die Geschlechtsangleichende Operation machen lassen kann. Ein ausgebildeter Psychologe hätte schon gleich im ersten Gespräch rausgefunden, dass dieser Freund von mir auf dem falschen Weg ist.
Das Beispiel meines anderen Bekannten macht es noch deutlicher, wie es sein kann, dass jemand erst als Ladyboy lebt und dann zurückkehrt. Er war auch ein Ladyboy gewesen, änderte sich und lebt jetzt als Mann. Bei ihm ist die Grenze zwischen Ladyboy und Gay aber sehr verschwommen und in manchen Teilen gar nicht vorhanden. Ich kenne ihn jetzt schon seit vielen Jahren und weiß, dass er definitiv schwul ist. Trotzdem trägt er bei seinen Geburtstagsparties immer ein Frauenkleid und auch im Alltag benutzt er Eyeliner und bevorzugt knackig geschnittene Unisex-Klamotten.
Ich glaube in Europa und den USA ist das gar nicht so ungewöhnlich. Ich weiß nämlich, dass es dort eine Menge Homosexueller gibt, die so leben, wie ich meinen Freund beschrieben habe.
Vielleicht ist also dieses ganze Schubladendenken, mit dem man sich selbst, die eigene sexuelle Orientierung und den eigenen Lebenswandel per Zuordnung zu einem Schlagwort in eine Ecke drängt, die gar nicht genug für einen selbst ist.
Natürlich ist für uns transsexuelle Katoey klar was wir sind, was wir sein du wie wir leben wollen – als Frauen. Aber der Rest kann doch machen, was er will. Warum auch nicht?

Übersetzt aus dem Englischen. Das Original von Nong Duu gibt`s wie immer hier auf dem Phet Ti Saam Ladyboy-Blog

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