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Lesbische Ladyboys?

Eine nette Anekdote von Victoria von einer Begebenheit, die jetzt schon über ein Jahr her ist:

Ich war auf die Insel Ko Chang im Golf von Thailand gefahren, um dort ein paar Freunde zu treffen. Aber an dem Abend, an dem ich ankam, wrde mir gesagt, dass meine Freunde noch auf dem Festland weilten und erst in den nächsten Tagen auf die Insel kommen würen. Weil mir nichts anderes einfiel, wie ich besser meine Zeit vertreiben könnte, setzte ich mich an einer der Bars an der Straße, die die ganze Westküste von Ko Chang entlangläuft. Hinter der Bar arbeitete auch ein Ladyboy, weswegen ich auch sofort ein Gespräch auf Thai mit ihr begann, so locker und jovial, wie wir halt untereinander miteinander reden.
Ich bestellte ein Bier und fragte sie, wann ihre Schicht denn zu Ende wäre und ob wir danach nicht noch ein bisschen Party machen wollten, weil ich sonst nix zu tun hätte. Seltsamerweise reagierte sie aber ganz zurückhaltend auf meine Plauderei und lehnte es ab noch ein bisschen feiern zu gehen.
Irgendwie war das komisch, weil ich es sonst noch nie erlebt habe, das ein Ladyboy nicht sofort mit mir anfängt zu plaudern und rumzualbern.
So trank ich mein Bier aus und ging in eine andere Bar.
Am Tag darauf kamen meine anderen Freunde enlich an und am Abend gingen wir zu einer Party am Lonely Beach. Auch das schweigsame Girl vom Vorabend wr hier mit dabei, aber diesmal verhielt sie sich so locker, wie alle anderen Leute auch. Wir tanzten , lachten, tranken und plauderten in unserer Ladyboy-Sprache.
Erst später erzählte mir eine Freundin, warum sie bei unserem ersten Treffen so reserviert gewesen war. Sie hatte nämlich gedacht, dass ich ein lesbisches Mädchen sei und sie anmachen wollte, weil sie mich nicht als Ladyboy erkannt hatte. Dann dämmerte es auch mir, dass ich an dem Abend einfach nur meine Haare unter eine Baseballkappe gesteckt und noch immer die gleichen Klamotten und das Make-Up von der Anreise aus Bangkok getragen hatte.
Ich weiß bis heute nicht, ob ich das als Kompliment nehmen soll oer nicht. Es ist natürlich gut, dass selbst eine „Schwester“ nicht erkennen kann, dass ich eine Transsexuelle bin und mich für eine Frau hält, aber irgendwie ist das auch schon wieder komisch wenn sie glaubt, dass ich lesbisch sei.
Deswegen nehme ich diese Begebenheit als das hin, was sie ist – als Anekdote.

Übersetzt aus dem Englischen. Das Original von Victoria findet ihr auf dem Phet Ti Saam-Ladyboy Blog.

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